OfB hakt nach: Wie gut ist die Stoag gegen Corona gerüstet?

Wenn die Stoag ab Montag den „standardmäßigen Fahrplan“ wieder aufnimmt, gilt in NRW die Maskenpflicht in Bus und Bahn. Die Stoag kündigt zwar in der Presse an, dass Fahrgäste dann nur noch mit Ticket und Maske einsteigen dürfen. Doch durch wen wird kontrolliert, ob im Bus insbesondere von Kindern und Jugendlichen die Maske getragen und der Abstand eingehalten wird?

„Wohl kaum durch den Busfahrer, der vorne abgeschirmt den Wagen lenkt“, fragt Werner Nowak, der für Offen für Bürger im Stoag-Aufsichtsrat sitzt, in einem Schreiben an die Geschäftsführung des Verkehrsbetriebs.

Nowak sind die Aussagen der Stoag in diesem wichtigen Punkt zu schwammig. „Die Stoag steht für die Sicherheit ihrer Fahrgäste in der Pflicht und kann die Verantwortung nicht mit Verordnungen auf die Kunden schieben,“ so Nowak. Es ist aus seiner Sicht damit zu rechnen, dass in Bus und Bahn mehr Personal zur Sicherheit eingesetzt werden muss. Zumal das Land bereits angedeutet hat, dass es die Kontrollpflicht dem Verkehrsbetrieb zuweist. Auch manche Schule verlässt sich darauf, dass etliche Schüler spätestens ab Montag mit Maske kommen, weil sie mit dem ÖPNV fahren.

Sollte es aus Schutzgründen eine Maskenpflicht für Fahrer geben?

Ferner fragt das Aufsichtsratsmitglied Nowak, der selbst als Johanniter im Rettungsdienst gearbeitet hat, inwiefern es eine Maskenpflicht für den Fahrer geben muss. Denn das Virus soll sich etwa fünf Minuten in der Luft halten. Die Klimaanlage im geschlossenen Raum des Busses kann ihn theoretisch verteilen und so auch die Fahrerkabine erreichen. „Vor diesem Hintergrund ist es mir unverständlich, dass der Verband der Verkehrsbetriebe noch immer gegen eine Maskenpflicht bremst.“

OfB bittet Fahrgäste: Mehr Zeit und Geduld mitbringen

Zu guter Letzt hat Nowak Zweifel daran, dass ein „standardmäßiger Fahrplan“ einzuhalten ist, wenn die Sicherheitsmaßnahmen ernsthaft eingehalten werden sollen. „Es wäre auch nicht wünschenswert, zugunsten des Fahrplans die Gesundheit zu gefährden. Ich rechne deshalb mit langen Ein- und Ausstiegsphasen, und entsprechenden Verzögerungen auf den Strecken“, bittet Nowak die Fahrgäste darum, mehr Zeit und mehr Geduld bei ihren Fahrten einzuplanen.