Corona-Lockerungen: OfB warnt vor fatalem Druck auf Kommunen

Laschets Lockerungen dürfen kein falsches Signal senden: „Flexible Antworten“ können Regionen in eine problematische Konkurrenz setzen. OfB fordert gemeinsamen Ansatz.

Die Lockerungsforderungen des NRW-Ministerpräsidenten Armin Laschet sieht Offen für Bürger mit Skepsis: „Die Oberhausener Bürger und Unternehmer haben seit drei Wochen viele Maßnahmen engagiert und solidarisch geschultert“, mahnt der OfB-Stadtverordnete und gesundheitspolitische Sprecher Albert Karschti: „NRW hat aber weiterhin die bundesweit zweithöchste Zahl an Infektionen. Es wäre fatal, wenn die Lockerungen wieder zu höheren Infektionsraten führten und die bisherigen Mühen zunichte machten.“ Auch RKI-Präsident Lothar Wieler bemerkte dazu aktuell im Deutschlandfunk, „man stehe immer noch am Anfang der Pandemie“. Er mahnt, bereits jetzt über Lockerungen von Schutzmaßnahmen zu diskutieren, sei zu früh.

“Flexible Antworten” können schwere Folgen haben

Laschet will der Presse zufolge „flexible Antworten“, in Landkreisen mit einer hohen Infektionsquote solle anders reagiert werden als in Regionen mit weniger Infizierten. Auf dem Papier, so Karschti, lese sich das zwar gut, in der Realität, vor allem im Ballungsraum wie der Metropole Ruhr, aber kann dies womöglich Kommunen unter Druck und die lokale Wirtschaft in eine gegenseitige Konkurrenz setzen: „Wenn Duisburg oder Essen etwa entscheiden, ihre Gastronomie zu öffnen, hat dies Effekte auf Oberhausen. Die Kunden orientieren sich um. Der Zwang dann nachzuziehen, wächst weiter.“

Ebenso kann die Öffnung von Schulen problematisch werden, selbst wenn NRW ausreichend Masken für seine Bürger zur Verfügung hätte: Wer Kinder hat, weiß, dass man eine Ansteckungsgefahr nicht ausschließen kann. Kinder verlieren beim Spiel die Masken, fassen sich an. „Sie können anschließend das Virus zurück in die Familie tragen“, sagt OfB-Mann, Familienvater und ehemaliger Johanniter Werner Nowak. „Laschets Beispiele führen deshalb in die Irre. Denn vermutlich kann man die Verbreitung von Viren in einem Nachtclub mit Erwachsenen besser kontrollieren als in einer Schule mit mehreren hundert Kindern.“

Land darf sich nicht aus der Verantwortung stehlen

Aus Sicht von OfB könne sich das Land hier nicht aus der Verantwortung stehlen. „Wenn schrittweise Lockerungen umgesetzt werden, dann nur mit einem gemeinsamen und solidarischen Ansatz“, so Karschti. Die Mindestvoraussetzungen dafür aber wären mehr Tests, Desinfektionsmittel und eine ausreichende Zahl an Schutzmasken und Schutzkleidung.

OfB bittet die Oberhausener Bürgerinnen und Bürger: Bitte geben Sie weiterhin auf sich und Ihre Mitbürger acht – bleiben Sie gesund und solidarisch.