Mawick Mosaik: Politik riskiert Zerstörung

Die Mehrheitspolitik in der BV Sterkrade öffnete dem Vandalismus und der Zerstörung der Mosaik-Fragmente Tür und Tor. SPD, CDU und Grüne stellten ihre Parteiinteressen vor das Gemeinwohl und lehnten den Antrag von OfB auf Schutz für das Mawick-Kunstwerk ab.

Wie die Stadtpolitik mit dem ihr anvertrauten künstlerischen Erbe umgeht, durfte man am vergangenen Donnerstag in der BV Sterkrade erleben. Offen für Bürger hatte einen Antrag gestellt, um die Mosaik-Fragmente des Oberhausener Künstlers Walter Mawick gegen Vandalismus und Witterung zu schützen. Denn die Fachverwaltung hatte vorgeschlagen, die Fragmente einfach in den Sterkader Volkspark zu stellen.

Kein Konzept, keine Schutzmaßnahmen, nicht einmal die Kosten sind in dem Verwaltungsantrag aufgeführt“, kritisierte OfB-Fraktionschef Werner Nowak die Vorlage. Der Antrag von Offen für Bürger schlug vor, ein solches Konzept mit Schutzmaßnahmen und aufgeführten Kosten zu erstellen. Zudem schlug Nowak vor, zu prüfen, ob die zwei 1×1-Meter großen Ausschnitte in einem geschlossenen Raum etwa in der Sterkrader Stadtteilbibliothek aufgestellt werden können.

Wenn die Vernunft versagt: SPD, CDU und Grüne boten eine reine Machtdemonstration

CDU, SPD und Grünen behaupteten, dass die Aufstellung in der Bibliothek zu teuer wäre  – freilich OHNE dabei überhaupt Kosten benennen zu können. Lediglich die Linke stimmte OfB zu. “Die Debatte war einfach absurd – eine reine Machtdemonstration, die Parteiinteressen über das Gemeinwohl stellte“, kommentiert Nowak, “denn bei dem Antrag der Verwaltung waren den drei Parteien die Kosten offenkundig völlig egal – man hat hier auf eine Kostenaufstellung verzichtet und der Stadtverwaltung einen Blanco-Scheck ausgestellt“.

Unrühmlicher Umgang mit Mawick

So wird also das Mosaik im Sterkrader Volkspark offenbar sich selbst überlassen, sieht Nowak hier die unrühmliche Fortsetzung des Umgangs mit dem Erbe des einst stadtbildprägenden Oberhausener Künstlers Walter Mawick. Erst zerstörte man seine Arbeit mit dem Abriss des  Südbads, dann zersägte man achtlos eine Intarsie in der Luise-Albertz-Halle, 2016 riss man das Mosaik an der Sterkrader Finanzstraße ab, weil es dem sogenannten Investor nicht ins Neubaukonzept passte. Übrig bleibt heute im öffentlichen Raum einzig das Fries im Ratsaal – und auch das hat die Politik im Zuge der Ratssaalsanierung für den Abriss im Auge.