Baumpflege: OfB fordert mehr Anpflanzungen und Kontrolle

Mehr Baumpflanzungen und kürzere Kontrollabstände bei der Prüfungen von Bäumen fordert Offen für Bürger seit langem. Im Umweltausschuss stellte sich OfB klar hinter einen Antrag des BUND, den die Verwaltung kippen will

“Wir können nicht einfach weiter so machen, wenn wir den städtischen Baumbestand in Oberhausen erhalten und sogar ausbauen wollen. Das ist dringend erforderlich”, argumentierte OfB-Umweltsprecher Albert Karschti in aller Deutlichkeit vor dem Umweltausschuss am vergangenen Mittwoch. Der BUND hatte bereits im Rat der Stadt einen klaren und sinnvollen Maßnahmenkatalog vorgelegt, um den Erhalt und Schutz von städtischen Bäumen zu gewährleisten. Schon dort stellte sich OfB auf die Seite des BUND, so dass der Rat den Antrag an den Ausschuss zur Beratung verwies, anstatt ihn in wesentlichen Teilen abzulehnen, wie die Verwaltung vorschlug.

Große Defizite bei der Nachpflanzung etwa im Sterkrader Volkspark

Insbesondere fordert der BUND eine regelmäßige Baumkontrolle – mindestens einmal pro Quartal -, öffentliche Wasserentnahmestellen zum Gießen der Bäume in Hitzeperioden. “Zentral aber ist für OfB die Frage der Ersatzpflanzung für abgestorbene Bäume. Für jeden gefällten Baum mit einem Umfang von wenigstens 80 cm sollten zwei junge Bäume gepflanzt werden — gerne auch mehr”, legt OfB-Sprecher Karschti den Finger in die Wunde. Denn das Verhältnis von jungen und älteren Bäumen, spielt eine entscheidende Rolle, weil weit ausgebildete Bäume natürlich gravierend unterschiedliche Mengen an CO2 aufnehmen und filtern können als junge.

Doch gerade in diesem Punkt offenbaren sich starke Defizite. Um gerade einmal 720 Bäume ist der städtische Bestand in den vergangenen acht Jahren gewachsen – so die Angaben des Grünen Fraktionsvorsitzenden Andreas Blanke in der Presse. Aus Sicht von OfB ist das wenig, zumal die entscheidende Angabe fehlt, in welchem Umfang ältere Bäume gefällt worden sind.

In der Bezirksvertretung Sterkrade musste die Verwaltung unlängst sogar einräumen, wie massiv der Schwund an gewachsenen Bäumen ist. Auf Anfrage von Offen für Bürger (M/16/4103-01, 8. Nov. 2018) bestätigte sie, dass etwa im Volkspark Sterkrade innerhalb von fünf Jahren 98 Bäume gefällt wurden. Doch gerade einmal 9 sind in diesem Zeitraum nachgepflanzt worden — ein Verhältnis von 1 zu 10.

Verwaltung setzt auf Beschwichtigen und Abwehren

Im Umweltausschuss stellte sich die Verwaltung dennoch auf Beschwichtigung und Abwehr ein und forderte von der Politik, den Antrag des BUND abzulehnen. Begründung: “Die Verwaltung kann einer Ersatzpflanzung in Form einer 2:1-Kompensation nicht nachkommen.” Sie habe nicht genügend Freiflächen. Zudem sei “der Erhalt offener Freiflächen ein wichtiger Belang. Diese stellen für die heimische Vogelwelt, für Kleintiere sowie Insekten wichtige Lebensräume dar.”  Auch “aus Gründen der stadtklimatischen Bedeutung sowie der Bedeutung für die Naherholung dieser meist offenen Rasen- und Wiesenflächen” solle nicht jede Fläche bepflanzt werden.

Andere Städte legen bereits Masterpläne zum Erhalt der Stadtbäume vor

“Es ist eine absurde Debatte, die Naherholung gegen Baumpflanzungen ausspielen zu wollen”, wundert sich Karschti über die Argumentation der Stadtverwaltung. Andere Städte wie etwa Nürnberg sind in der Planung längst proaktiv geworden und wollen ihren Bestand mit einem Masterplan Stadtbäume deutlich stärken.

OfB stimmte FÜR den Antrag des BUND und erteilte dem Ansinnen der Verwaltung eine deutliche Absage. Der Umweltausschuss folgte der Argumentation und nahm ebenfalls den Antrag des BUND an.