OfB will Medikamentenengpässen vorbeugen

Ausbruch des Coronavirus sorgt für Knappheit bei Medikamenten, ist aber nur die Spitze eines grundsätzlichen Versorgungsproblems. OfB fordert regelmäßigen medizinischen Rat

Zur Besonnenheit und Sachlichkeit im Umgang mit dem Coronavirus rät Offen für Bürger: „Anstelle von Panik ist es nun wichtig, dass wir die aktuelle Situation auch als Chance sehen, Probleme der Gesundheitsversorgung anzugehen, die bisher politisch auf die lange Bank geschoben wurden“, sagt der gesundheitspolitische Sprecher Albert Karschti. Dafür ist aus Ansicht der Ratsgruppe ein regelmäßiger Gesprächskreis von medizinischen Vertretern aller Disziplinen, Verwaltung und Politik einzurichten.

Denn seit Jahren schon warnen Apotheken und Ärzte vor Engpässen bei notwendigen Medikamenten und Grundstoffen. Mehr als 250 solcher Ausfälle – im Fachjargon auch Defekte genannt – sind in Deutschland aktuell festzustellen. Darunter Antibiotika und Schmerzmittel. Rainer Hilsmann von der Gutenberg Apotheke hat gegenüber Offen für Bürger bestätigt, dass bereits in Oberhausen Lieferengpässe bestehen.

OfB mahnt: Agieren statt nur zu reagieren

„Wir müssen künftig agieren, statt nur zu reagieren, wenn Probleme in der Stadt auftauchen. Der Ausbruch des Coronavirus ist EIN aktueller Grund, der in die grundsätzliche Unterversorgung bei einigen Medikamenten hineinspielt, indem er Produktionsstätten im Ausland, besonders China stillgelegt hat. Aber eben nur einer von vielen“, erläutert OfB-Mann Karschti.
Als Politiker, der sich seit vielen Jahren mit Gesundheitspolitik beschäftigt, ist es ihm jedoch wichtig, „dass wir vorbeugen“: Ein regelmäßiger Gesprächskreis von medizinischen Vertretern aller Disziplinen, Verwaltung und Politik kann die Grundversorgung in Oberhausen zu verbessern und in Krisensituationen zu sichern

Martin Müller, Sprecher der Oberhausener Apothekerschaft, kann die Sorge um mögliche Lieferengpässe pharmazeutischer Medikationen nachvollziehen. Auch er spricht sich für eine Expertenrunde für Oberhausen aus, die in regelmäßigen Gesprächen mit Behörden und Politik Strukturen zur Sicherung und Verbesserung der medizinischen Grundversorgung erarbeitet.

Offen für Bürger befindet sich bereits in Gesprächen mit Akteuren der medizinischen Grundversorgung in Oberhausen, die Befragten bekunden alle Interesse an einem regelmäßigen Austausch. „Offen für Bürger wird das Thema der Versorgungssicherheit für Oberhausen auf die Tagesordnung des Rates der Stadt bringen“, kündigt Werner Nowak an.

Mehr zu den gesundheitspolitischen Forderungen von Offen für Bürger gibt’s hier.