Poker um Kaiser und Ganz: Stadt weigert sich, Bürger zu informieren

Offen für Bürger beantragte in der Bezirksvertretung Sterkrade einen Sachstandsbericht zum Schandfleck Kaiser und Ganz. Doch die Verwaltung lehnte fadenscheinig ab

Wie geht es weiter auf der Brachfläche Kaiser und Ganz?, will Offen für Bürger wissen. In der Presse ist Kaiser und Ganz seit vielen Jahren ein leidiges Thema – denn seit dem Abriss 2015 sind der Eigentümer OGM einschließlich der Dezernenten für Stadtentwicklung nicht fähig, das Herzstück in der Sterkrader Einkaufszone weiterzuentwickeln. Und das in Zeiten von Niedrigzins und Bauboom.

Im Dezember 2019 kündigte die WAZ an, dass OGM und Verwaltungsrat mit der Sparkasse über das Grundstück verhandeln – „unter strengem Ausschluss der Bürger und der Politik“, stellt Werner Nowak fest, der Offen für Bürger in der Bezirksvertretung Sterkrade vertritt. In der BV Sterkrade wollte Nowak daher wissen, was an den Plänen dran ist.

Bürger enttäuscht – Politik nicht informiert

Die Antwort des neuen Dezernenten Michael Jehn und engem Vertrauten des Oberbürgermeisters Daniel Schranz war verblüffend: keine Auskunft. Das sei Sache der OGM und seines Aufsichtsrates, verweigerte Jehn jedwede Transparenz. „Das Argument des neuen Dezernenten Jehn könnte fadenscheiniger kaum sein: Die OGM ist eine 100prozentige Stadttochter. Außerdem geht es doch schon aus der WAZ hervor, dass der Verwaltungsrat involviert ist und die Pläne kennt“, kritisiert Nowak.

Kurzer Blick zurück: Noch kurz vor dem Abriss des Gebäudes im Mai 2015 versprachen die Dezernentin Sabine Lauxen und Kämmerer Apostolos Tsalastras die Neubelebung der Sterkrader Innenstadt durch ein modernes Wohn- und Geschäftshaus. „Wir versprechen nichts, was wir nicht auch halten können“, ließ sich Tsalastras damals in der Zeitung zitieren.

„,Nichts’ ist auch genau das, was dabei herumkam“, stellt OfB-Politiker Nowak heute leider fest, „der Bürger ist enttäuscht – und wir fühlen uns getäuscht.“

Wollen OGM und Investor Kasse machen auf Bürgerkosten?

Die Gründe für das unverfrorene Mauern in der vergangenen BV lassen sich erahnen: Wie die WAZ berichtet, will das Oberhausener Gebäudemanagement seine Kosten für den einstigen Kauf und den Abriss der Immobilie herausholen. Die Kosten? Wenigstens 171.000 Euro allein für den Kauf der Schrottimmobilie. Weitere Ausgaben für den Abriss.

Die Sparkasse ist zudem auf Rendite für den Bau aus und will für die Kosten der OGM nicht bezahlen. Über die von beiden Seiten angestrebte Lösung lässt der WAZ-Bericht kaum einen Zweifel: Der Bürger soll das zahlen, denn das Investment der OGM soll auf Stadtkosten abgeschrieben werden.

„Die Verwaltung schiebt der Politik offensichtlich den Schwarzen Peter zu“, befürchtet Nowak, „indem sie die Verhandlungen zwar zu Ungunsten der Bürger führt, die Entscheidung dann aber der Politik überlassen will.“