OfB im Dialog mit der WBO

Welche Lösungen gibt es für die wachsenden Müllberge in Oberhausen? Wie können Müllgebühren transparent vom Bürger nachvollzogen werden? Offen für Bürger trat im Januar in einen ersten Dialog mit den Wirtschaftsbetrieben Oberhausen, um diese und weitere heiß diskutierten Problemfelder anzugehen.

Qualität entscheidet über Recycling
Die Wiederverwertung von Plastikmüll verursacht bei der WBO hohen Aufwand, weil Verpackungen aus unterschiedlichen Materialien bestehen. Angesichts der wachsenden Müllmengen spielt die Qualität für das Recycling eine steigende Rolle. WBO-Geschäftsführer Andreas Kußel und Karsten Woidtke wünschen sich politische Unterstützung bei der Reduzierung von Müll und bei der Entsorgung. Offen für Bürger sagte Hilfe zu. Zwei Anträge in diese Richtung hat OfB bereits auf den Weg gebracht.

Abrechnung nach Gewicht statt Volumen
Denn OfB hatte in der vergangenen Ratssitzung gefordert, dass Müllgebühren zukünftig für jeden Haushalt nach dem tatsächlich anfallenden Gewicht berechnet werden sollten. Dies wird in den kommenden Fachgremien diskutiert. „Wir wollen damit Anreize für den Bürger schaffen, so wenig Müll wie möglich zu produzieren und eine Gebührengerechtigkeit herstellen“, erläutert Karschti.
Im Gespräch mit WBO-Geschäftsführer Andreas Kußel und Karsten Woidtke zeigten sich diese für eine solche Form der Berechnung offen. „Allerdings gaben beide auch den Hinweis, dass man einem möglichen ‘Mülltourismus’ vorbeugen muss, damit niemand seinen Verbrauch in fremden Tonnen unterbringen kann. Wir werden dies politisch in den Gremien diskutieren“, kündigt Karschti an. Belastbare Zahlen, in welchem Umfang sich Mülltourismus in Städten ausgebildet hat, die nach Gewicht abrechnen, liegen der WBO aktuell nicht vor.

Gelbe Tonne statt Gelber Sack
OfB spricht sich für eine Umstellung des Gelben Sacks auf die Gelbe Tonne aus. Die Vorteile liegen für Werner Nowak auf der Hand: „Weniger Müll, da keine Plastikmüllsäcke mehr anfallen. Kein Aufreißen der Säcke und dadurch weniger Müll auf der Straße.“
Einen wichtigen Hinweis gaben die WBO-Chefs außerdem: Die Stadt muss eine Umstellung rechtzeitig vor einer Vertragsverlängerung ankündigen, denn Verträge geben die Menge und Art der Entsorgung vor.

Auch den kritischen Fragen etwa nach mehr Transparenz bei Straßenbaumaßnahmen stellten sich die WBO-Geschäftsführer. „Wir haben sehr gesprächsbereite Menschen erlebt, die im Dialog und kooperativ Probleme lösen wollen“, lobt Karschti, „die Verbesserung der kommunalen Aufgaben werden wir auch zukünftig im direkten Austausch voranbringen können.“