OfB weiter für Deckelung des Biozid-Einsatzes

Nach Rückendeckung vom BUND: Kritik an Grünen und ihrer Umweltdezernentin. Fachliche Auseinandersetzung statt Polemik gefordert.

OfB sieht sich in seinem Antrag bestätigt: Dass ausgerechnet die Grünen die Kritik am exzessiven Einsatz von Bioziden „nicht nachvollziehen können“, zeigt, wie beliebig inzwischen grüne Politik in Oberhausen geworden ist. Unverständlich dabei ist, dass der grüne Vorsitzende im Umweltausschuss, Norbert Axt, sogar stellvertretender Sprecher der BUND-Ortsgruppe Oberhausen ist.

Auch die Umweltdezernentin Sabine Lauxen (Grüne) wich Fragen nach einer Bekämpfung mit alternativen, umweltschonenden Methoden aus. „Es kann nicht sein, dass über insektenfreundlichere und auch für den Menschen ungefährlichere Alternativen nur am Rande nachgedacht wird“, kritisiert OfB-Ratsherr Werner Nowak. Das Argument von Holger Ingendoh (CDU) „Menschenwohl geht vor Tierwohl“ zeigt für Nowak die Kurzsichtigkeit der Debatte: „Natürlich hat der exzessive Einsatz von giftigen Bioziden Auswirkungen auf das gesamte Ökosystem und betrifft Schmetterlinge wie Insekten, die das Gift ebenfalls aufnehmen, und am Ende auch den Menschen.“

Dabei ist die Zweckmäßigkeit von Neem Protect umstritten: Denn obwohl das Biozid immer umfänglicher eingesetzt wurde, hat sich die Zahl der Eichenprozessionsspinner-Fälle in Oberhausen mehr als verdoppelt. „Die Antwort mit noch mehr Biozid ist zu hinterfragen”, so Nowak. OfB hat daher mehrere Alternativen in die Gremien eingebracht, die abgelehnt wurden.

Ein häufig wiederholtes Argument: die Kosten. Richtig aber ist: Die Mittel etwa für das alternative Absammeln wurden mit 135 Euro pro Baum überraschend hoch angesetzt. Für die Ausschreibung ist abermals die OGM zuständig. „In Mülheim kalkuliert man mit knapp der Hälfte, also 70 Euro“, widerspricht Nowak und fragt: „Wer verdient an der prekären Lage in unserer Stadt? Warum hat die Umweltdezernentin ihre Hausaufgaben nicht gemacht?“