Demokratie darf und muss auch etwas kosten

Im Folgenden posten wir einen Leserbrief unseres Mitglieds in der Bezirksvertretung Sterkrade Caro Cremer zum WAZ-Artikel „Teure politische Scheidung“ vom WAZ, 26. Oktober 2019.

Sehr geehrte Redaktion,
allein der Titel des Artikels ist kontrafaktisch, denn bei Scheidungen ist in der Regel klar, wer mit wem verbunden war – und ob überhaupt. In diesem Fall haben sich Werner Nowak und Caro Cremer im Juli 2017 zur Fraktion Offen für Bürger zusammengeschlossen. Durch OfB ist folglich weder BOB noch die CDU gespalten worden, denn beide Parteien hatten wir zu diesem Zeitpunkt schon lange hinter uns gelassen. Auch Mittel sind der Fraktion in der BV nicht zugeflossen. Politik haben wir jedoch trotzdem und OHNE Fraktionszuwendungen gemacht und – wenn ich das anmerken darf – mit sehr viel ehrenamtlichem Engagement. Das dürften die zahlreichen Anträge in der Bezirksvertretung belegen. Es hat daher schon ein seltsames Geschmäckle, wenn die engagierte und nachvollziehbare politische Arbeit nicht gewürdigt wird, um in diesem Fall vor allem die Mittel in den Vordergrund zu schieben. Ob diese Art der einseitigen Berichterstattung der Demokratie dient? Offen für Bürger ist für uns nicht nur Name sondern ein Programm: Bürger und Bürgerinnen können sich bei uns einbringen – und tun es auch. Wir leisten damit einen Beitrag zur Meinungsfreiheit und Beteiligung in unserer Demokratie. Vielleicht sogar besser als die „großen Fraktionen“, die in festgefahrenen hierarchischen – und oftmals männerdominierten – Strukturen erstarrt scheinen. Wem Opposition zu teuer ist, hat die Demokratie offensichtlich nicht verstanden.