Das Schokoticket für alle Schüler

Mit scharfer Kritik begegnet die Ratsgruppe Offen für Bürger (OfB) der Kündigung von rund 700 Schokotickets, die aufgrund von neuen Berechnungen keinen Anspruch mehr haben sollen. „Es ist schon aberwitzig, eine solche Umstellung mitten im laufenden Schuljahr und ohne Ankündigung durchzuführen. Stoag und Stadt haben durch maximale Ungerechtigkeit großes Chaos geschaffen“, stellt der OfB-Stadtverordnete Albert Karschti fest. Dem neuen SPD-Schuldezernenten, der eigentlich aus dem IT-Bereich kommt, scheine es an sozialem Fingerspitzengefühl zu fehlen.

OfB warnt davor, auf Kosten der Familien die Haushaltskasse füllen zu wollen: „Verwaltung und Stoag fahren hier eine völlig überholte Mobilitätsstrategie und provozieren damit gerade die umweltschädlichen Kurzfahrten. Man muss die Schüler vom Auto zum ÖPNV führen, statt umgekehrt“, bemängelt Werner Nowak, der für die OfB im Stoag-Aufsichtsrat sitzt.

“Wir müssen umweltbewusst handeln und in die Zukunft investieren.”

Nowak befürchtet, dass die Stoag nun gerade junge Kunden verliert, die sie an sich binden müsste: „Das Schokoticket muss deshalb unabhängig von Bemessungsgrenzen für alle Schüler zur Verfügung stehen, um den Individualverkehr und die Umweltbelastung zu senken und den ÖPNV endlich zu stärken.“

2,5 Millionen Euro Zuschuss zahlt die Stadt derzeit für das Ticket an die Stoag. OfB will das Schokoticket für alle Schüler für den kommenden Haushalt beantragen und glaubt, dass die Kosten von der Stadt zu tragen sind. So ließen sich diese etwa bei Sanierungen im Straßenbau einsparen. Albert Karschti: „Wir müssen umweltbewusst handeln und in die Zukunft investieren. Die Kosten des Klimawandels werden ansonsten später ungleich höher ausfallen als die Mittel, die wir nun zur Verfügung stellen sollten.“