Bürger organisieren sich gegen Parkgebühren

Die Wut ist groß, die Motivation noch größer. Sieben Gründungsmitglieder haben am Montagabend die Bürgerinitiative gegen das Parkraumbewirtschaftungskonzept aus der Taufe gehoben. Gemeinsam wollen sie sich für die Abschaffung des aus ihrer Sicht „unsozialen, konzept- und planlosen Verwaltungsprojekts“ engagieren.

Bei der ersten Bürgerversammlung stand Initiator Klaus Otto noch allein vor den rund 120 aufgebrachten Besuchern, die keinen Hehl aus ihrer klaren Ablehnung der neuen Parkraumbewirtschaftung gemacht. Mit Gründung der Bürgerinitiative erhält er jetzt Unterstützung von weiteren Nachbarn aus dem Bismarckviertel, aber auch Geschäftsleuten aus der Innenstadt und Angestellten der Krankenhäuser. „Damit ziehen alle betroffenen Bürgergruppen an einem Strang“, freut sich Otto über das breite Bündnis.

Das will jetzt sofort die Arbeit aufnehmen, ist in Kürze mit einer eigenen Homepage (buergerinfo-oberhausen.de) und auf Facebook (binfo-1) vertreten. Bislang wurden mehrere Hundert Unterschriften gegen das Parkraumbewirtschaftungskonzept gesammelt. „Die fügen wir jetzt zusammen und werden verstärkt weiter sammeln.“ Mitbegründer Thomas Weber gibt sich kämpferisch: „6000 brauchen wir für ein Bürgerbegehren. Die wollen und werden wir auch erreichen.“

“Das hat nichts mit Klimaschutz und der notwendigen Mobilitätswende zu tun.”

Das Bündnis aus Anwohnern, Arbeitnehmern und Geschäftsleuten eint, „dass wir überhaupt kein Konzept erkennen können“, ärgert sich Daniel Kahl, der mit seinem Vater ein Schuhmachergeschäft in der Innenstadt betreibt. „Einfach Parkgebühren zu erhöhen und neu zu erheben ohne uns Bürgern Alternativen anzubieten, das ist Abzocke. Und das hat auch nichts mit Klimaschutz und der notwendigen Mobilitätswende zu tun“, ergänzt Krankenschwester Sibilla Krämer.

Unterstützung erfährt die Bürgerinitiative von der Ratsgruppe Offen für Bürger (OfB). „Wir teilen die Kritik und verfolgen die gleichen Ziele“, erklärt der Vorsitzende Albert Karschti die Zusammenarbeit. Die OfB will demnach die Forderungen der Bürger „auf die politische Ebene heben und dort vertreten“. Karschti kündigt einen Antrag für die nächste Ratssitzung an, der gemeinsam mit der Bürgerinitiative formuliert und deren Ziele transportieren wird.

Die Bürgerinitiative wird am Montag, 9. September um 18.30 Uhr in der Gaststätte Klumpen Moritz, Bahnhofstraße 30, eine weitere Bürgerversammlung zum Thema Parkraumbewirtschaftungskonzept veranstalten. Mehr Informationen gibt es in Kürze auf www.buergerinfo-oberhausen.de, auf Facebook unter „binfo-1“ oder schon jetzt im OfB-Büro, Marktstraße 133 (info@offen-fuer-buerger.de), wo auch täglich von 10 bis 14 Uhr Unterschriftenlisten ausliegen.